Sicherheitsdatenblatt (SDB)

Ekotox Centers bieten umfassende Dienstleistungen: Erstellung /Überprüfung (Aktualisierung) eines Sicherheitsdatenblattes, Erstellung eines CLP-Etikettenentwurfs für Stoffe und Gemische, Benachrichtigungen für Giftnotrufzentralen und auch UFI (Unique Formula Identifier, UFI) -Dienstleistungen.

Sicherheitsdatenblätter stellen den Anwendern von chemischen Stoffen die erforderlichen Informationen zur Verfügung, die sie für den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt benötigen.

Aufgrund ihrer kompakten Charakterisierung von chemischen Stoffen oder Gemischen dienen Sicherheitsdatenblätter als Medium für den Austausch relevanter Informationen in der Lieferkette, sie enthalten wichtige Angaben über Gefahrstoffe und ist als Kommunikationsmittel zwischen Lieferanten und Verwender unentbehrlich.

Sie sind sowohl für die Arbeitnehmer, die die Chemikalien handhaben, als auch für die Sicherheitsbeauftragten gedacht. Die Anforderungen an die Inhalte und das Format des Sicherheitsdatenblattes sind in Artikel 31 und Anhang II der REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 geregelt.

Das Erstellen eines Sicherheitsdatenblattes ist eine Herausforderung für jedes Unternehmen.

Was hat sich geändert?

Die Harmonisierung der Informationsanforderungen bedeutet, dass die bestehenden nationalen Anforderungen in der EU durch bestimmte Informationsanforderungen und ein bestimmtes Format für die Datenübermittlung, das PCN-Format (Poison Centres Notification – Meldung an Giftnotrufzentralen), ersetzt wurden.

Einige Informationsanforderungen sind möglicherweise im Vergleich zu früheren Verpflichtungen, die auf nationaler Ebene galten, neu. Möglicherweise müssen Sie neue Informationen erstellen oder die vorhandenen Informationen an das PCN-Format anpassen.

Der eindeutige Rezepturidentifikator (UFI) ist eine neue Meldeanforderung und ein neues Element des Kennzeichnungsetiketts, das ausführlich in Schritt 4 beschrieben wird. Ein Beispiel für einen UFI im richtigen Format ist YV9K-3J9A-G209-C2T7. Der UFI stellt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen den bei der Meldung bereitgestellten Informationen über ein Gemisch und dem entsprechenden in Verkehr gebrachten Produkt her. Er trägt dazu bei, bei einem Zwischenfall schnell eine angemessene Notfallversorgung zu gewährleisten.

Die vollständige chemische Zusammensetzung des Gemisches ist erforderlich. Das bedeutet, dass Sie für gefährliche und ungefährliche Bestandteile die genauen Konzentrationen oder Konzentrationsbereiche angeben müssen. Dies ist mehr als die üblicherweise in einem Sicherheitsdatenblatt enthaltenen Informationen.

Die Einstufung und Kennzeichnung des endgültigen Gemisches/Produkts ist erforderlich. Darüber hinaus müssen die Einstufungsinformationen sowohl des Stoffes als auch des Gemisches im Gemisch (MiM) (einschließlich der im MiM enthaltenen Stoffe) angegeben werden.

Es sind toxikologische Angaben für das Gemisch bereitzustellen. Diese Informationen sind als Freitext anzugeben und liegen normalerweise in Abschnitt 11 eines Sicherheitsdatenblatts vor.

Das Produkt ist nach seiner hauptsächlichen Zweckbestimmung einer Produktkategorie gemäß dem europäischen System zur Produktkategorisierung (EuPCS) zuzuordnen – z. B. Spülmittel, Kleber, Dekoranstrich.Alle Mitteilungen müssen darüber hinaus Angaben zur Identifizierung des Mitteilungspflichtigen, des Produkts (z. B. Handelsname, Verpackung, Farbe) und darüber enthalten, ob das Gemisch durch Verbraucher, für gewerbliche Zwecke oder für industrielle Zwecke verwendet wird.

Anforderungen an Sicherheitsdatenblätter

(1) Der Lieferant eines Stoffes oder eines Gemischs stellt dem Abnehmer des Stoffes oder des Gemischs ein Sicherheitsdatenblatt nach Anhang II zur Verfügung,

a) wenn der Stoff oder das Gemisch die Kriterien für die Einstufung als gefährlich gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 erfüllt oder

b) wenn der Stoff persistent, bioakkumulierbar und toxisch oder sehr persistent und sehr bioakkumulierbar gemäß den Kriterien des Anhangs XIII ist oder

c) wenn der Stoff aus anderen als den in Buchstabe a und Buchstabe b angeführten Gründen in die gemäß Artikel 59 Absatz 1 erstellte Liste aufgenommen wurde.

 (2) Jeder Akteur der Lieferkette, der gemäß Artikel 14 oder Artikel 37 für einen Stoff eine Stoffsicherheitsbeurteilung durchführen muss, sorgt dafür, dass die Informationen im Sicherheitsdatenblatt mit den Angaben in dieser Beurteilung übereinstimmen. Wird das Sicherheitsdatenblatt für ein Gemisch erstellt und hat der Akteur der Lieferkette für dieses Gemisch eine Stoffsicherheitsbeurteilung ausgearbeitet, so brauchen die Informationen im Sicherheitsdatenblatt nicht mit dem Stoffsicherheitsbericht für jeden einzelnen Stoff in diesem Gemisch, sondern lediglich mit dem Stoffsicherheitsbericht für das Gemisch übereinzustimmen.

 (3) Der Lieferant stellt dem Abnehmer auf Verlangen ein Sicherheitsdatenblatt nach Anhang II zur Verfügung, wenn ein Gemisch die Kriterien für die Einstufung als gefährlich gemäß Titel I und II der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 zwar nicht erfüllt, aber

a) bei nichtgasförmigen Gemischen in einer Einzelkonzentration von ≥ 1 Gewichtsprozent und bei gasförmigen Gemischen in einer Einzelkonzentration von ≥ 0,2 Volumenprozent mindestens einen gesundheitsgefährdenden oder umweltgefährlichen Stoff enthält oder

b) bei nichtgasförmigen Gemischen in einer Einzelkonzentration von ≥ 0,1 Gewichtsprozent mindestens einen karzinogenen Stoff der Kategorie 2 enthält oder einen reproduktionstoxischen Stoff der Kategorie 1A, 1B oder 2, ein Hautallergen der Kategorie 1, ein Inhalationsallergen der Kategorie 1, einen Stoff, der Wirkungen auf oder über die Laktation hat, einen persistenten, bioakkumulierbaren und toxischen Stoff (PBT) gemäß den Kriterien nach Anhang XIII, einen sehr persistenten und sehr bioakkumulierbaren Stoff (vPvT) gemäß den Kriterien nach Anhang XIII oder einen Stoff, der aus anderen als den in Buchstabe a angeführten Gründen in die gemäß Artikel 59 Absatz 1 erstellte Liste aufgenommen wurde oder

c) einen Stoff enthält, für den es gemeinschaftliche Grenzwerte für die Exposition am Arbeitsplatz gibt.

(4) Sofern dies nicht von einem nachgeschalteten Anwender oder Händler verlangt wird, braucht das Sicherheitsdatenblatt nicht zur Verfügung gestellt zu werden, wenn gefährliche Stoffe oder Gemische, die der breiten Öffentlichkeit angeboten oder verkauft werden, mit ausreichenden Informationen versehen sind, die es dem Anwender ermöglichen, die erforderlichen Maßnahmen für den Schutz der menschlichen Gesundheit, für die Sicherheit und für die Umwelt zu ergreifen. 

(5) Das Sicherheitsdatenblatt wird in einer Amtssprache des Mitgliedstaates/der Mitgliedstaaten vorgelegt, in dem der Stoff oder das Gemisch in Verkehr gebracht wird, es sei denn, der betreffende Mitgliedstaat bestimmt/die betreffenden Mitgliedstaaten bestimmen etwas anderes.

(6) Das Sicherheitsdatenblatt muss datiert sein und folgende Rubriken enthalten:

1. Bezeichnung des Stoffes bzw. des Gemischs und Firmenbezeichnung;
2. mögliche Gefahren;
3. Zusammensetzung/Angaben zu Bestandteilen;
4. Erste-Hilfe-Maßnahmen;
5. Maßnahmen zur Brandbekämpfung;
6. Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung;
7. Handhabung und Lagerung;
8. Begrenzung und Überwachung der Exposition/Persönliche Schutzausrüstung;
9. physikalische und chemische Eigenschaften;
10. Stabilität und Reaktivität;
11. toxikologische Angaben;
12. Umweltbezogene Angaben;
13. Hinweise zur Entsorgung;
14. Angaben zum Transport;
15. Rechtsvorschriften;
16. sonstige Angaben.

(7) Jeder Akteur der Lieferkette, der einen Stoffsicherheitsbericht nach Artikel 14 oder 37 zu erstellen hat, fügt die einschlägigen Expositionsszenarien (gegebenenfalls einschließlich Verwendungs- und Expositionskategorien) dem die identifizierten Verwendungen behandelnden Sicherheitsdatenblatt als Anlage bei, einschließlich der spezifischen Bedingungen, die sich aus der Anwendung des Anhangs XI Abschnitt 3 ergeben. Jeder nachgeschaltete Anwender bezieht bei der Erstellung seines eigenen Sicherheitsdatenblattes für identifizierte Verwendungen die einschlägigen Expositionsszenarien aus dem ihm zur Verfügung gestellten Sicherheitsdatenblatt ein und nutzt sonstige einschlägige Informationen aus diesem Sicherheitsdatenblatt. Jeder Händler gibt bei der Erstellung seines eigenen Sicherheitsdatenblattes für Verwendungen, für die er Informationen nach Artikel 37 Absatz 2 weitergegeben hat, die einschlägigen Expositionsszenarien weiter und nutzt sonstige einschlägige Informationen aus dem ihm zur Verfügung gestellten Sicherheitsdatenblatt.

(8) Das Sicherheitsdatenblatt wird auf Papier oder elektronisch kostenlos zur Verfügung gestellt, und zwar spätestens an dem Tag, an dem der Stoff oder das Gemisch erstmals geliefert wird.

(9) Die Lieferanten aktualisieren das Sicherheitsdatenblatt unverzüglich,

a) sobald neue Informationen, die Auswirkungen auf die Risikomanagement-maßnahmen haben können, oder neue Informationen über Gefährdungen verfügbar werden;

b) sobald eine Zulassung erteilt oder versagt wurde; 

c) sobald eine Beschränkung erlassen wurde. Die neue, datierte Fassung der Informationen wird mit der Angabe „Überarbeitet am …. (Datum)“ versehen und allen früheren Abnehmern, denen die Lieferanten den Stoff oder das Gemisch in den vorausgegangenen zwölf Monaten geliefert haben, auf Papier oder elektronisch kostenlos zur Verfügung gestellt. Bei Aktualisierungen nach der Registrierung wird die Registrierungsnummer angegeben.